Die Geschichte unseres „Schlossgeistes“

Vom Zeitpunkt dieser Eröffnung bis zum heutigen Tage hatten insgesamt 6 Hotelgäste dieselbe Erscheinung. Es handelt sich nach Angaben dieser Hotelgäste um eine „altertümlich gekleidete Frauenperson“, deren Alter jedoch nicht festzustellen war, da keiner dieser Gäste ihr Gesicht gesehen hatte. Diese Erscheinung trat auch zu ganz verschiedenen Tages- und Abendzeiten auf. Im Zuge des Umbaues wurde der ehemalige Gefängnishof überdeckt und eine Vinothek eingerichtet.

Die noch original vorhandenen Gefängniszellen wurden zu Weinlagern umfunktioniert. Zur Jahreswende 1995/96 meldete der Restaurantleiter, dass alle in der ersten Zelle gelagerten Weine verdorben seien. Diese außergewöhnlichen Ereignisse führten nun zu Nachforschungen. Dabei stellte sich heraus, dass in der ersten Gefängniszelle ein angeblich unschuldiger Landsknecht eingekerkert war.

Es dürfte sich hier wahrscheinlich um einen Adeligen gehandelt haben, da die noch sichtbaren Wandzeichnungen auf eine künstlerische Ausbildung hindeuteten. Wie aus dem Protokoll der Landgerichtssitzung vom 18.10.1557 hervorgeht, wurde diese „Person“ von seiner "Versprochenen“ nachts besucht.

Dies führte dazu, dass der Beschuldigte heimlich in das Gefängnis der Burg Raabs an der Thaya, die zu dieser Zeit auch im Besitz der Puchheimer war, überstellt wurde.

Wie aus einem Bericht des damaligen Pfarrers von Krumbach hervorgeht, stürzte sich die „Verlobte“ des Beschuldigten, nachdem sie festgestellt hatte, dass dieser nicht mehr in seinem Gefängnis einsaß, über die Felsen unter der Kapelle in den Burggraben. Hier kommt es zu Widersprüchen mit Berichten einer Krumbacher Bürgerin aus dem Jahre 1558, die aussagte, dass der Leichnam dieser jungen Frau nie gefunden wurde. Ob es sich um einen tragischen Unfall oder um Selbstmord handelte, ist nicht eruierbar.

Die Geschäftsleitung des Schlosses gab damals die Anweisung, die Weinstellagen zu entfernen und die Originalliege (Brett) wieder zu montieren.

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